Lesung in Köln am 16. Juli in der Buchhandlung Baskerville am Clarenbachplatz
Die Nordsee mitten im Rheinland: Ich freue mich sehr, dass ich Theo Krummes neuen Fall "Tödliche Hallig" endlich auch in meiner Kölner Heimat vorstellen darf - am Donnerstag, dem 16. Juli, direkt vor den Sommerferien, in der Buchhandlung Baskerville am Clarenbachplatz in Köln-Braunsfeld. Wird bestimmt ein spannender Abend, ich kann es kaum erwarten. Für alle Fußballfreunde: Am 16.7. sind die Halbfinale bei der WM gerade gelaufen, an dem Abend wird es also keine Spiele geben ...
Glauser-Abend in Köln am 17. Juni in der Buchhandlung Baskerville
Ich hatte die große Ehre, Mitglied der Glauser-Jury für den besten deutschsprachigen Kriminalroman 2025/26 zu, der am 9. Mai auf der Criminale in Salzburg wurde. Am Mittwoch, dem 17. Juni werde ich in der wunderbaren Buchhandlung Baskerville am Kölner Hermeskeiler Platz ein wenig von meiner Arbeit als Jurymitglied erzählen und Euch zusammen mit dem Inhaber der Buchhandlung Michael Ross die PreisträgerInnen und andere interessante Krimis aus dem letzten Jahr vorstellen. Wird bestimmt ein spannender und gemütlicher Abend! Karten gibt es hier.
Vom 6. bis zum 9. Mai fand im wunderschönen Salzburg die Criminale statt, der größte jährliche Krimi-Branchentreff Europas. Veranstalter ist das Syndikat, der Verband der deutschsprachigen Kriminalliteratur, in dem über 800 KriminalautorInnen organisiert sind. Die mehrtägige (Fach-)Tagung mit Podiumsdiskussionen, Vorträgen und Seminaren bietet auch dem breiten Publikum mit vielen Lesungen an ungewöhnlichen Orten ein spannendes Abendprogramm. Auch ich durfte auf einer Veranstaltung eine Kurzgeschichte vorstellen. Höhepunkt jeder CRIMINALE ist die Gala zur Verleihung des Glausers, dem Preis der deutschsprachigen KrimiautorInnen. In diesem Jahr war ich Teil der Jury in der Kategorie Roman und durfte zusammen mit Thea Krüger sogar die Laudation für die wunderbare Gewinnerin Anne Freytag für ihr Buch "Blaues Wunder halten. So viele nette Büchermenschen und Krimifreunde - es war wieder einmal eine große Freude! Und Salzburg ist sowieso ein Traum.
Mehr Fotos aus Salzburg gibt es hier.
Im März war ich zu Gast bei WORTE WERDEN WAHR, dem Podcast des wunderbaren Richard Mackenroth. Neunzig kurzweilige Minuten haben wir über mein neues Buch "Tödliche Hallig" gesprochen, über das Vorlesen und Lesen, über das Schreiben und über das, was passiert, wenn Worte auf einmal wahr werden ... Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music, Deezer und weiteren Portalen!
Interview zu »Tödliche Hallig«
In Ihrem neuen Krimi »Tödliche Hallig« entführen Sie die Leser und Leserinnen auf die
Hallig Süderoog im nordfriesischen Wattenmeer. Eine angespülte Leiche gibt Kommissar
Theo Krumme einige Rätsel auf. Möchten Sie uns mehr darüber erzählen?
Die Leiche wird nicht direkt an die Hallig angespült, sondern ein paar hundert Meter entfernt
im Watt gefunden. Hat der übel zugerichtete Tote etwas mit Süderoog zu tun? Und wenn ja,
was? Krumme und Pat ermitteln auf dem winzigen Eiland mitten in der Nordsee, auf dem nur
ein junges Paar lebt, aktuell aber auch eine Gruppe Studentinnen und Studenten und ihr
Professor ihre Zelte aufgeschlagen haben. Die jungen Leute studieren Archäologie in
Hamburg und sind im Watt auf der Suche nach dem Wrack eines legendären Schiffs. Die
Geschichte beginnt als nordfriesisches Kammerspiel auf der Hallig – mit immer
dramatischeren Wendungen, und zieht schon bald immer größere Kreise im kompletten
Wattenmeer.
Was hat Sie zu »Tödliche Hallig« inspiriert, gab es so etwas wie eine Initialzündung?
Als Kind bin ich schon mal mit meinen Eltern über das Watt zur Hallig Süderoog gewandert.
Was für ein Tag! Eine Handvoll Menschen, die auf einem kleinen Stück Land mitten in der
stürmischen Nordsee leben und arbeiten – das hat mich damals unglaublich beeindruckt.
Nachdem Krumme schon einmal auf Hallig Hooge ermittelt hat und auch mein erstes
Theaterstück im Ohnsorg-Theater auf einer Hallig spielte, wollte ich endlich auch eine
spannende Geschichte über die besonders kleine Hallig Süderoog erzählen. Aber welche?
Dann las ich vor zwei Jahren das unglaublich interessante Sachbuch »Die Fahrt der
Argonauten« von Hans Peter Duerr, in dem es um spektakuläre Ausgrabungen im
Wattenmeer geht. Da hat es auf einmal Klick gemacht. Vergangenheit und Gegenwart treffen
mitten auf der Nordsee zusammen, ein großes Geheimnis und die Frage, wie stark Liebe sein
muss, um ewig zu halten. Ich habe sofort mit dem Schreiben angefangen und bin schon sehr
gespannt, was Krummes und Pats Freunde von der Geschichte halten.
Mit »Tödliche Hallig« erlebt Theo Krumme bereits seinen zwölften Fall. Wie viel von Ihnen
selbst steckt inzwischen in dieser Figur?
Ja, ich gebe zu, ich habe Theo Krumme im Laufe der Zeit viel von mir mitgegeben. Außerdem
ist er ungefähr im gleichen Alter, hat lange in Berlin gelebt, liebt die Nordsee und seine
Familie und Freunde. Aber er hat auch ganz andere Seiten. In seinem zwölften Fall überrascht
er mich immer wieder und verhält sich ganz anders als ich es tun würde. Vor allem im
spannenden Showdown des Krimis ist er viel mutiger, als ich es jemals sein könnte.
Ihre Krimis verbinden klassische Whodunnit-Elemente mit mystischer Atmosphäre. Was ist für Sie der Kern eines guten Kriminalromans: Spannung, überraschende Wendungen oder starke Figuren?
Am besten alles drei. Obwohl starke Figuren natürlich besonders wichtig sind. Nur echten,
glaubwürdigen Charakteren folge ich gerne durch eine Geschichte, egal, wie verrückt sie
manchmal auch sein mag. In »Tödliche Hallig« zum Beispiel trifft Theo Krumme am Ende einedramatische und falsche Entscheidung, die ihn in absolute Lebensgefahr bringt. Wie kann er
als erfahrener Kommissar nur so dumm sein? Aber wer ihn kennt, wird verstehen, warum er
über diese Grenze geht und ihm hinaus aufs dunkle Watt folgen.
Sie verweben in Ihren Krimis regelmäßig Legenden und Mythen. Was macht gerade diesen
Aspekt für Sie so reizvoll?
Bei Krimis geht es immer um Leben und Tod und den ewigen Kampf von Gut gegen Böse. Die
unzähligen Legenden und Mythen des Nordens passen für mein Gefühl perfekt zu diesem
großen Drama. Kann es sein, dass auch die Auflösung des Mordfalls in »Tödliche Hallig«
etwas mit unheimlichen »Spökenkram« zu tun hat? Wer einmal im endlosen Watt gestanden
hat, kann sich alles vorstellen!
In Ihrer »Krumme-Reihe« spielt die Landschaft oft eine eigene erzählerische Rolle. Wie
wichtig ist für Sie Atmosphäre beim Entwickeln eines Kriminalfalls?
Die stürmische Nordsee, die Inseln und Halligen inmitten des Wattenmeers, das immer neue
Kommen und Vergehen von Ebbe und Flut, die grüne, flache Marsch – Nordfriesland ist das
Theater, in dem meine Geschichten spielen. Und natürlich hat die Wahl dieses Panoramas
Auswirkungen auf die Menschen, auf ihr Denken und Handeln. In meinem aktuellen Krimi
schildere ich ein Verbrechen auf einer Hallig, einem winzigen Stück Land mitten im Meer, auf
dem nur ein paar Menschen leben. Die richtige Atmosphäre zu treffen, war eine sehr
spannende Herausforderung.
Ihr Krimi spielt auf einer echten Hallig. Wieviel ist Realität und wieviel Fiktion?
Ja, die Hallig Süderoog gibt es wirklich, sie liegt vor Pellworm im Wattenmeer, nicht weit
entfernt vom Heverstrom, der von Husum hinaus in die Nordsee führt. Aber Handlung und
vor allem die Bewohner der Hallig sind in meiner Geschichte komplett erfunden. In
Wirklichkeit wohnt auf Süderoog kein unverheiratetes Paar, sondern eine liebenswerte kleine
Familie. Wer mag, kann ihren wirklichen Alltag bei YouTube verfolgen.
Februar 2026. Die Fragen stellte Barbara Henning, Goldmann Verlag
Der Soundtrack von Kalte Strömung
Okay, es geht hier nicht genau um den Soundtrack. Aber MUSIK UND SCHREIBEN - das gehört für mich unbedingt zusammen! Mein ganzes Leben begleitet Musik mich auch bei der Arbeit. Sie inspiriert, öffnet Fenster und hilft mir meine Figuren zu begreifen. Das war auch bei Kalte Strömung so, meinem neuesten Krimi mit Theo Krumme und Pat. Wollt Ihr wissen, welche Musik eine wichtige Rolle für die Geschichte spielte, meine Gefühle für die Hauptfiguren zeigen oder einfach bei mir ihm Hintergrund liefen, als ich besonders dramatische Kapitel schreiben wollte? Hier könnt Ihr meine Playlist von Kalte Strömung bei Spotify hören! Und hier gibt es die entsprechende Kommentare und Erläuterungen von mir. Viel Spaß damit - und verratet mir unbedingt Eure Meinung! Könnt Ihr meine Auswahl nachvollziehen? Oder musstet Ihr an ganz andere Lieder denken? Ich bin sehr gespannt!
Glauser-Jurymitglied 2025/26 in der Kategorie "Roman"
Neben dem Deutschen Krimipreis ist der Friedrich-Glauser-Preis der wichtigste Krimipreis im deutschsprachigen Raum und wird jedes Jahr vom Syndikat, dem Verein für deutschsprachige Kriminalliteratur vergeben. Dieses Jahr bin ich Teil der GLAUSER-Jury in der Kategorie Roman - eine große Ehre! Ich freue mich schon sehr auf die Gelegenheit, deutschsprachige Krimis in ihrer ganzen Vielfalt kennenlernen und aktuelle Werke vieler bekannter und noch unbekannter AutorInnen entdecken zu dürfen.
Unheimliches an der Nordsee
Am 12. März ist dieses Buch des Gmeiner-Verlags erschienen. Zwölf unheimliche Geschichten über die Nordseeküste von zwölf wunderbaren Autorinnen und Autoren. Unheimlich? Nordsee? Ich freue mich, dass auch ich mit einer gruseligen Kurzgeschichte über Schlicklöcher vor Eiderstedt dabei sein darf.
Interview zu »Dünenrache«
Herr Berg, was reizt Sie besonders am Genre des Kriminalromans?
Krimis sind der perfekte Rahmen, um große Dramen, Spannung, aber auch Humor miteinander zu verknüpfen. Ich kann meine Figuren immer wieder in extreme, herausfordernde Situationen werfen und schauen, was dann passiert.
In ihrem neuen Krimi »Dünenrache« entführen Sie die Leser und Leserinnen nach Sylt. Dort muss sich Ihr Kommissar Theo Krumme den Konsequenzen einer für ihn sehr unangenehmen Affäre aus Berliner Zeiten stellen. Wollen Sie vielleicht mehr darüber verraten?
Krumme war schon in seiner früheren Berliner Zeit für seine Extratouren bekannt und berüchtigt. Ein manchmal knorriger Einzelgänger, auch wenn sich das durch seine neuen Freunde in Nordfriesland ein wenig geändert hat. Aber woher kommt das? Sind es die Gene? In »Dünenrache« erfahren wir von einer viele Jahre zurückliegenden Geschichte, in der Krumme einen schlimmen Fehler macht. Von einem tragischen Mordfall, der ihn zu dem Menschen gemacht hat, der er seitdem ist.
Auf der malerischen Insel steht ein Künstler im Verdacht angeblich seine Ehefrau umgebracht zu haben – der Maler Adrian Maurer ist die schillernde Hauptfigur Ihres aktuellen Krimis. Welche Erfahrungen und Geschichten aus Ihrer eigenen Vergangenheit haben Sie zu dieser Figur inspiriert?
Meine inzwischen verstorbene Mutter, die Malerin Sigi Helgard wurde Anfang der siebziger Jahre von einem Galeristen entdeckt. In der Folge sind wir als Familie von Hamburg immer wieder nach Sylt gefahren – der Beginn meiner Liebe für Nordfriesland und der Start der erfolgreichen Künstlerkarriere meiner Mutter. Ich bin praktisch zwischen Leinwänden und Staffeleien aufgewachsen, kann mich noch gut an den Geruch von Farben und Terpentin erinnern. Auch jetzt in unserem Haus in Köln hängen noch überall Bilder meiner Mutter.
Durch sie habe ich auch viele andere Künstlerinnen und Künstler kennengelernt. Darunter waren einige, die im Gegensatz zu meiner äußerst liebenswerten und immer optimistischen Mutter sehr schwierige Charaktere waren. Typen wie Adrian Maurer, die manisch-narzisstische Hauptfigur in »Dünenrache«. Ein äußerst talentierter Maler. Aber die große Frage ist: Lebt er seine Sehnsucht nach den menschlichen Abgründen wirklich nur in seinen Bildern aus?
»Dünenrache« ist bereits der 9. Fall für Ihren Kommissar Theo Krumme. Inwiefern ist Theo Krumme Ihr Alter Ego?
Kann schon sein, dass Theo Krumme über die Jahre einiges von mir selbst mitbekommen hat, immerhin haben wir inzwischen sehr viel Zeit miteinander verbracht. Aber beabsichtigt ist das nicht. Der viel größere Spaß ist es, eine Figur zu beschreiben, die eben ganz anders ist als ich und die die Welt auf völlig unterschiedliche Weise sieht.
Was mögen Sie besonders an Ihrem Kommissar, und gibt es auch Dinge, die Sie an ihm gar nicht ausstehen können?
Theo Krumme kann manchmal ein ganz schöner Bock sein, ein typischer Berliner Dickschädel eben. Mit seiner trotzigen Art steht er sich vor allem in der Liebe immer wieder im Weg. Aber er verfügt über einen klaren moralischen Kompass. Und auch wenn er es nicht zugeben würde, Krumme ist ein Menschenfreund. Psychologie und Empathie sind für ihn die wichtigsten Waffen im Kampf gegen das Böse. Besonders mag ich, dass er auch im fortgeschrittenen Alter einen kompletten Neuanfang wagt. Er verlässt Berlin, um bei der Kripo in Husum anzufangen, obwohl er zunächst kaum jemanden in Nordfriesland kennt.
Wie gehen Sie beim Schreiben vor: Planen Sie alles minutiös, oder kann es schon mal passieren, dass Ihre Charaktere plötzlich ein Eigenleben entwickeln und die Handlung eine unerwartete Wendung nimmt?
Das passiert immer wieder. Leider. Denn jedes Mal beginne ich ein Buch mit einer genauen Struktur, bei der es mir besonders wichtig ist, dass alles am Ende auf ein zwar überraschendes, aber logisches und nachvollziehbares Ende hinausläuft. Doch dann werden die Figuren beim Schreiben langsam lebendiger und wollen sich nicht immer so verhalten, wie ich es mir vorher überlegt habe. Da kann es schon passieren, dass ich die Geschichte ganz neu überdenken und schon längst geschriebene Kapitel wieder wegwerfen muss.
»Jede Landschaftsbeschreibung in seinen Krimis ist eine Liebeserklärung an den Norden«, schrieb die Neue Presse Hannover über Sie. Was lieben Sie so an der Nordsee, dass sie Ihnen immer wieder als faszinierender Schauplatz dient?
Ich liebe alles an der Nordsee. Den ständigen Wechsel von Ebbe und Flut, die weiten Horizonte, die Stürme und das unberechenbare Meer. Den Menschen im Norden ist klar, dass vor allem die Natur den Rhythmus ihres Lebens bestimmt. Der Grund, warum alle, die in diesem wunderschönen Land wohnen, so besonders sind. Genau wie die Geschichten, die sie erleben und die Legenden und Mythen, die sie sich erzählen.
Sie sind Hamburg geboren und haben eine Zeit lang auch in Hamburg studiert. Momentan leben Sie in Köln. Sind ihre Nordsee-Krimis auch eine Hommage an Ihre alte Heimat und Ihre Jugend?
Auf jeden Fall. Ich bin in Hamburg geboren, aber dann in Schleswig-Holstein aufgewachsen. Sylt, Husum, Föhr, Amrum, St. Peter-Ording oder auch die Halligen – schon als Kind bin ich mit meinen Eltern ständig an der Nordseeküste gewesen. Für mich ist das ein Stück Heimat. Und was für ein Glück: Durch meine Geschichten habe ich immer einen guten Grund, oft in meine alte Heimat zurückzukehren.
Wegen der Corona-Pandemie war es bereits 2020 praktisch unmöglich, Lesungen durchzuführen. Auch bei mir sind in diesen Jahren bis auf wenige Ausnahmen einiger tapferer BuchhändlerInnen und Kulturfreunde alle Veranstaltungen ausgefallen.
Wer trotzdem mal einen kleinen Eindruck von meinem Krimi "Eisiger Nebel" bekommen möchte, kann sich hier zwei kleine, garantiert virenfreie Videos anschauen:
Das erste wurde am 14. März 2020 anläßlich einer Online-Buchmesse in der wunderbaren Buchhandlung am Paulusplatz mit dem Buchhändler Philipp Seehausen in Bonn aufgezeichnet .
Das zweite Video ist die Aufnahme eines Gesprächs mit der Hamburger Kulturjournalistin Karla Paul im Rahmen der Reihe weltbildliest, aufgezeichnet am 30. April 2020: